Der schwärzeste Tag
unseres Planeten wird zur größten Stunde der
Menschheit. Um 4.49 Uhr
Mitteleuropäischer Zeit verschwindet der Shuttle
"Atlantis" spurlos im All. Stunden später geht
ohne Vorwarnung ein Meteoritenregen an der Ostküste der
Vereinigten Staaten nieder und richtet großen Schaden
an.
Mit dem Mut der Verzweiflung wird ein geradezu
irrwitziger Plan zur Rettung der Erde entworfen: Der
Leiter der NASA, In den beiden Shuttles "Freedom" und
"Independence" werden die tollkühnen Männer
ins All katapultiert, um den "globalen Killer"
auszuschalten. Ziel ist es, den Asteroiden anzubohren und
ihn mit einem nuklearen Sprengkopf von innen heraus
zu Mit von der Partie der im Eilverfahren ausgebildeten Astronauten ist auch A. J. Frost (Ben Affleck), Stampers zukünftiger Schwiegersohn. Grace Stamper (Liv Tyler) hat somit doppelten Grund, das waghalsige Unternehmen mit sehr gemischten Gefühlen zu verfolgen. Aber sie ist sicher nicht die einzige: Das Schicksal der gesamten Menschheit steht auf dem Spiel.
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von Dr. Lutz Schmenkel, Astronomisches
Rechen-Institut Heidelberg
Der Film unterstellt die Möglichkeit des Einschlags eines großen Asteroiden auf die Erde und zeigt Möglichkeiten zur Abwehr dieser Gefahr auf. Wie weit sieht es nun mit der Realitätsnähe aus?
Die Wahrscheinlichkeit, daß die Erde in überschaubaren
Zeiträumen mit einem Planetoiden kollidieren wird, ist durchaus
gegeben. Insofern entspricht der Film den modernen Ergebnissen
der astronomischen Forschung. Allerdings geht das Drehbuch von
einem Asteroiden von "der Größe von Texas" aus. Dies
wäre ein Körper von deutlich über 1000 km Durchmesser, den es
in der Realität nicht gibt. Bereits ein Asteroid der
10-km-Klasse würde ausreichen, um globale Zerstörungen
anzurichten und die menschliche Zivilisation zu vernichten.
Einschläge einiger Gesteinsbrocken im Meter-Bereich kommen im Film vor, jedoch reichen die filmischen Möglichkeiten zur auch nur einigermaßen adäquaten Beschreibung schon dafür bei weitem nicht aus - die Realität wäre ungleich katastrophaler!
Im Film wird lediglich eine Zeit von 18 Tagen von der
Entdeckung des Asteroiden bis zum möglichen Einschlag
eingeräumt. Dieser Zeitraum ist deutlich zu kurz, um mit der
heutigen verfügbaren Technik ein Abwehr-Szenario zu realisieren.
Selbst wenn eine Aufspaltung des Asteroiden in viele kleinere
Teile gelänge, so würden diese wegen der schon beträchtlichen
Erdnähe auf dem Erdkörper einschlagen und verheerende Folgen
haben. Die Astronomen bemühen sich, mögliche
Kollisionskandidaten schon Jahrzehnte vor dem eigentlichen
Ereignis zu entdecken.
Flüge zu kleinen Planeten sind bereits seit einigen Jahren Realität. Man benutzt dabei meist die sog. "Fly-by- oder Swing-by-Methode", bei der die Bahnen der Raumkörper so gestaltet sind, daß die (dann antriebslosen) Raumsonden in das Gravitationsfeld eines großen Planeten eintauchen, von diesem auf eine vorausberechnete neue Bahn abgelenkt und dabei drastisch beschleunigt werden.
Diese Technik wird im Film durch einen
nahen Vorbeiflug am Erdmond methodisch korrekt behandelt.
Allerdings würde dies nur dazu führen, daß man relativ schnell
in die Nähe des anfliegenden Asteroiden kommen würde. Das Ziel
müßte es aber sein, bei der Ankunft an dem Asteroiden eine
Differenzgeschwindigkeit von Null zu erreichen, um dort zu
landen. Im Film wird diese Klippe dadurch umgangen, daß man
lediglich die Landung auf dem Asteroiden zeigt. Allerdings hat
man bei der Herstellung der Oberfläche dieses Körpers einige
filmische Freiheit walten lassen. In der Realität ist eher mit
einer kraterübersäten, steinigen Fläche zu rechnen.
Der im Film gezeigte Versuch, den Asteroiden durch die
Detonation von Atombomben in Tiefbohrungen in viele kleinere
Einzelkörper zu zerlegen, ist durchaus realistisch und gilt
heute unter Experten als einzige
Lösung. Ein frontaler Aufprall einer Rakete mit nachfolgender
Explosion von Atombomben hätte dagegen kaum die gewünschte
Wirkung.
Zusammenfassend ist zu bemerken, daß der Film ein Szenario
entwirft, das mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten wird.
Trotz der filmischen Überhöhungen und wohl unvermeidlichen
Vereinfachungen des Sachverhalts wird der Zuschauer auf das auch
heute noch viel zu wenig beachtete Phänomen der Existenz
gefährlicher Planetoiden im erdnahen Raum hingewiesen. Aus
naturwissenschaftlicher Sicht ist allein schon dieser Aspekt von
Wichtigkeit.
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