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Armageddon

Im Verleih der Bueana Vista startet am 16. Juli 1998 


Originaltitel: Armageddon
Genre: Science-Fiction,Abenteuer,Action
USA,1998,144 Min.Szene
FSK-Freigabe: 12
Technik: Dolby DigitalSzene

Darsteller: Bruce Willis, Liv Tyler, Billy Bob Thornton, Ben Affleck, Will Patton, Steve Buscemi, Peter Stormare,Owen Wilson

Regie: Michael Bay


Szene Der schwärzeste Tag unseres Planeten wird zur größten Stunde der Menschheit.

Um 4.49 Uhr Mitteleuropäischer Zeit verschwindet der Shuttle "Atlantis" spurlos im All. Stunden später geht ohne Vorwarnung ein Meteoritenregen an der Ostküste der Vereinigten Staaten nieder und richtet großen Schaden an. Szene

Szene Doch das ist nur ein kleiner Vorgeschmack: Ein Asteroid von der Größe des Staates Texas steuert mit einer Geschwindigkeit
von 35.000 km/h geradewegs auf die Erde zu! In exakt 18 Tagen wird der gigantische Gesteinsbrocken einschlagen - das definitive Ende des blauen Planeten.

Mit dem Mut der Verzweiflung wird ein geradezu irrwitziger Plan zur Rettung der Erde entworfen: Der Leiter der NASA,
Dan Truman (Billy Bob Thornton, unten rechts), heuert den weltbesten Spezialisten für Tief-Ölbohrungen, Harry S. Stamper (Bruce Willis), samt seinem zwölf Mann starken Expertenteam an.Szene

In den beiden Shuttles "Freedom" und "Independence" werden die tollkühnen Männer ins All katapultiert, um den "globalen Killer" auszuschalten. Ziel ist es, den Asteroiden anzubohren und ihn mit einem nuklearen Sprengkopf von innen heraus zu Szenesprengen. 

Mit von der Partie der im Eilverfahren ausgebildeten Astronauten ist auch A. J. Frost (Ben Affleck), Stampers zukünftiger Schwiegersohn. Grace Stamper (Liv Tyler) hat somit doppelten Grund, das waghalsige Unternehmen mit sehr gemischten Gefühlen zu verfolgen. Aber sie ist sicher nicht die einzige: Das Schicksal der gesamten Menschheit steht auf dem Spiel. 

Eine reelle Chance oder ein Selbstmordkommando? Stamper und seine Crew nehmen die ultimative Herausforderung an...


Aus astronomisch-wissenschaftlicher SichtSzene

von Dr. Lutz Schmenkel, Astronomisches Rechen-Institut Heidelberg
 

Der Film unterstellt die Möglichkeit des Einschlags eines großen Asteroiden auf die Erde und zeigt Möglichkeiten zur Abwehr dieser Gefahr auf. Wie weit sieht es nun mit der Realitätsnähe aus?

Die Wahrscheinlichkeit, daß die Erde in überschaubaren Zeiträumen mit einem Planetoiden kollidieren wird, ist durchaus gegeben. Insofern entspricht der Film den modernen Ergebnissen der astronomischen Forschung. Allerdings geht das Drehbuch von einem Asteroiden von "der Größe von Texas" aus. Dies wäre ein Körper von deutlich über 1000 km Durchmesser, den es in der Realität nicht gibt. Bereits ein Asteroid der 10-km-Klasse würde ausreichen, um globale Zerstörungen anzurichten und die menschliche Zivilisation zu vernichten.

Einschläge einiger Gesteinsbrocken im Meter-Bereich kommen im Film vor, jedoch reichen die filmischen Möglichkeiten zur auch nur einigermaßen adäquaten Beschreibung schon dafür bei weitem nicht aus - die Realität wäre ungleich katastrophaler!

 

Im Film wird lediglich eine Zeit von 18 Tagen von der Entdeckung des Asteroiden bis zum möglichen Einschlag eingeräumt. Dieser Zeitraum ist deutlich zu kurz, um mit der heutigen verfügbaren Technik ein Abwehr-Szenario zu realisieren. Selbst wenn eine Aufspaltung des Asteroiden in viele kleinere Teile gelänge, so würden diese wegen der schon beträchtlichen Erdnähe auf dem Erdkörper einschlagen und verheerende Folgen haben. Die Astronomen bemühen sich, mögliche Kollisionskandidaten schon Jahrzehnte vor dem eigentlichen Ereignis zu entdecken. Szene

Flüge zu kleinen Planeten sind bereits seit einigen Jahren Realität. Man benutzt dabei meist die sog. "Fly-by- oder Swing-by-Methode", bei der die Bahnen der Raumkörper so gestaltet sind, daß die (dann antriebslosen) Raumsonden in das Gravitationsfeld eines großen Planeten eintauchen, von diesem auf eine vorausberechnete neue Bahn abgelenkt und dabei drastisch beschleunigt werden.

SzeneDiese Technik wird im Film durch einen nahen Vorbeiflug am Erdmond methodisch korrekt behandelt. Allerdings würde dies nur dazu führen, daß man relativ schnell in die Nähe des anfliegenden Asteroiden kommen würde. Das Ziel müßte es aber sein, bei der Ankunft an dem Asteroiden eine Differenzgeschwindigkeit von Null zu erreichen, um dort zu landen. Im Film wird diese Klippe dadurch umgangen, daß man lediglich die Landung auf dem Asteroiden zeigt. Allerdings hat man bei der Herstellung der Oberfläche dieses Körpers einige filmische Freiheit walten lassen. In der Realität ist eher mit einer kraterübersäten, steinigen Fläche zu rechnen.

Der im Film gezeigte Versuch, den Asteroiden durch die Detonation von Atombomben in Tiefbohrungen in viele kleinere Einzelkörper zu zerlegen, ist durchaus realistisch und gilt heute unter Experten als einzige Lösung. Ein frontaler Aufprall einer Rakete mit nachfolgender Explosion von Atombomben hätte dagegen kaum die gewünschte Wirkung.Szene

Zusammenfassend ist zu bemerken, daß der Film ein Szenario entwirft, das mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten wird.
Trotz der filmischen Überhöhungen und wohl unvermeidlichen Vereinfachungen des Sachverhalts wird der Zuschauer auf das auch heute noch viel zu wenig beachtete Phänomen der Existenz gefährlicher Planetoiden im erdnahen Raum hingewiesen. Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist allein schon dieser Aspekt von Wichtigkeit.


 
 

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