Citizen
KaneCitizen Kane USA 1940 / 114 Min. Regie: Orson Welles Drehbuchautor: Herman J. Mankiewicz, Orson Welles Kamera: Gregg Toland Darsteller/innen: Orson Welles, Joseph Cotten, Everett Sloane, Dorothy Comingore, William Alland u.a. |
In seinem gigantischen
Märchenschloß Xanadu stirbt Charles Foster Kane (Orson Welles),
Besitzer von rund drei Dutzend Zeitungen und fünf
Rundfunkstationen. Sein letztes Wort ist: Rosebud.
Ein Reporter (William Alland) will
den Sinn dieses Wortes erforschen. Er besucht und befragt
viele Menschen, die Kane gekannt haben, und aus ihren
Berichten entsteht ein fast lückenloser Lebenslauf: Mit
acht Jahren macht Kane eine große Erbschaft; aber der
Vermögensverwalter verlangt, daß der Junge sein
ländliches Elternhaus verläßt. Charles schlägt mit
einem Rodelschlitten nach dem Mann, der ihn aus seiner
gewohnten Umgebung reißen will. Als Kane mit 25 Jahren
über sein Vermögen verfügen kann, interessiert er sich
lediglich für die kleine Zeitung The New
York Inquirer,
die er mit Hilfe seines Freundes Leland (Joseph Cotten)
reformiert.
Sein mutiger Kampf gegen Korruption und Lüge treibt die
Auflage in die Höhe; doch mit dem Erfolg kommt auch die
Versuchung der Macht. Seine erste Ehe scheitert an
peinlichen Enthüllungen über sein Verhältnis zu der
Sängerin Susan Alexander (Dorothy Comingore), mit denen
ein politischer Gegner Kanes Wahl zum Gouverneur
verhindert. Kane sucht ein anderes Ziel für seinen
Ehrgeiz. Er heiratet Susan und will sie zu einer
erfolgreichen Sängerin machen. Aber Susan hat nicht
genug Talent; und Leland trennt sich von Kane, als der
ihn bestechen will, eine positive Kritik über seine Frau
zu schreiben. Kane zieht sich mit Susan nach Xanadu
zurück, wo beide aneinander vorbeileben. Als Susan ihren Mann nach einer
Auseinandersetzung verläßt, zertrümmert er voller
Verzweiflung die Einrichtung ihres Zimmers und stirbt an
einem Herzanfall. An diesem Punkt gibt der Reporter
entmutigt auf. Der Zuschauer sieht noch, wie beim
Aufräumen der monströsen Kunstsammlung ein alter
Rodelschlitten verbrannt wird. Auf dem Schlitten steht:
Rosebud. |
Das Erstlingswerk des damals
24jährigen Orson Welles. Er galt damals als junges Allround-Genie und hatte gerade einen
Skandalerfolg mit einer Hörspiel-Bearbeitung des
utopischen Romans Krieg der
Welten
von H. G.
Wells
verzeichnet, die so realistisch geraten war, daß viele
Hörer der vermeintlichen Invasion aus dem Weltraum in panischer Angst zu entfliehen suchten. Hollywood gab Orson Welles nun
freie Hand. Er brach radikal mit den Traditionen der
damaligen US-Filme. Das Drehbuch erzählt seine
Geschichte nicht chronologisch, sondern ist ein
intelligentes Netz von Anekdoten, subjektiven
Erinnerungen und bewunderswert nachgestalteten
Dokumentar-Szenen einer fiktiven Wochenschau.
So spiegelt sich
das Bild Kanes in vielen Facetten, so wird die
Widersprüchlichkeit seiner Existenz, die zugleich ein
lebendes Bild amerikanischer Mythen und Träume ist,
besonders deutlich.
Diese Attacke auf vertraute Sehgewohnheiten zahlte sich an der Kinokasse verständlicherweise nicht aus. In Hollywood zog man die Konsequenzen: Nie wieder konnte Orson Welles dort einen Film in vergleichbarer Unabhängigkeit drehen. Quelle: "cult-film-classics" (z.Zt. - leider - nicht mehr online) |
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