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Deutscher Kinostart: 18.12.2002 (Warner) / FSK ab 12 Jahre
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Nachdem die Hobbits Merry und Pippin im ersten Teil Der Herr der Ringe – Die Gefährten von Uruk-hai entführt wurden, nehmen Aragorn, Legolas und Gimli ihre Spur auf. So gelangen sie nach Rohan, dem nördlichen der zwei menschlichen Königreiche. Und sie treffen auf den totgeglaubten Gandalf. Der Zauberer hat den Kampf mit dem Balrog in den Höhlen von Moria überlebt und ist nach Sarumans Verrat zum König der Zauberer aufgestiegen. Als »Gandalf der Weiße« verfügt er jetzt über mehr Einfluss und größere magische Kräfte.
Die vier Helden erreichen Edoras, die Hauptstadt Rohans. Dort vegetiert
König Theoden auf dem Thron vor sich hin. Er steht unter dem schädlichen
Einfluss seines Beraters »Schlangenzunge«, der von Saruman gedungen wurde.
Gandalf muss seine Zauberkräfte aufbieten, um den König vom magischen
Bann, mit dem ihn sein untreuer Diener belegt hat, zu befreien. Neu
erstarkt kann sich Theoden wieder um die Sicherheit seines Reiches kümmern
– und das keinen Tag zu früh. Die von Saruman geschaffenen
Uruk-hai-Krieger greifen von Norden her in großer Zahl an. Das befreundete
Reich Gondor kann nicht helfen. Es wird selbst von Orks aus dem östlich
gelegenen Mordor überrannt. Die Vernichtung der gesamten Menschheit
Mittelerdes steht bevor. Theodens Sohn ist bereits im Kampf gefallen.
Seinen Neffen Eomer hat Schlangenzunge in die Verbannung schicken lassen.
In dieser Lage befiehlt der König den Rückzug in die Bergfestung »Helms
Klamm«. Ihre Mauern sollen den Menschen Schutz vor den Uruk-hai bieten.
Gandalf reitet los, um Unterstützung zu holen. Während sie auf das
Unvermeidliche warten, entwickeln der mit der Elbin Arwen verlobte Aragorn
und die Königsnichte Eowyn Interesse füreinander.
Merry und Pippin befinden sich derweil in einer viel besseren Lage, als
ihre Freunde vermuten. Sie konnten den Uruk-hai, die sie entführt hatten,
entkommen und haben Zuflucht im Fangorn-Wald gefunden. Dort werden sie von
Baumbart aufgelesen, einem Ent oder Baumhirten, ein wandelnder,
sprechender Baum. Sie schildern ihrem seltsamen Gastgeber die Lage. Darauf
ruft Baumbart die anderen Ents zusammen. Sie beraten, ob sie gegen den
Übeltäter Saruman, der im benachbarten Turm von Isengart lebt, etwas
unternehmen wollen. Die Diskussionen dieser schwerfälligen Lebewesen
ziehen sich allerdings quälend langsam hin. Und schließlich enttäuschen
sie ihre Schützlinge. Die Ents wollen sich am Krieg gegen den
verräterischen Zauberer nicht beteiligen, sondern lieber weiter ihre Ruhe
haben.
Frodo, der Träger des Ringes der Macht, versucht mit seinem Diener Sam
nach Mordor zu gelangen, wo der gefährliche Ring im Feuer des
Schicksalsberges vernichtet werden soll. Nur wenn dies gelingt, hat der
Kampf der Menschen gegen das Böse Aussicht auf Erfolg. Zu ihnen gesellt
sich Gollum, jene niederträchtige kleine Kreatur, der der Ring einst
gehört hat. Sam möchte das Geschöpf am liebsten unschädlich machen. Doch
Frodo entscheidet, dass Gollum sie nach Mordor führen soll. Sams
Misstrauen ist keinesfalls unberechtigt. In Gollum leben zwei
Persönlichkeiten, von denen die dominante nichts anderes will, als den
Ring zurückzubekommen, und er beschließt, Frodo und Sam in die Irre zu
führen. Doch ehe dies geschieht, fallen alle drei dem Heermeister Gondors
in die Hände, der an der Grenze zu Mordor den Kampf gegen die Orks
aufgenommen hat. Jener Faramir entwickelt die gleiche schädliche
Faszination für den Ring wie sein im ersten Teil verstorbener Bruder
Boromir. Er will Frodo nicht ziehen lassen, sondern den Ring behalten.
In der Festung Helms Klamm spitzt sich die Lage zu. Saruman lässt
10.000 gut gerüstete Uruk-hai gegen die Mauern anrennen, ein Heer wie es
größer in Mittelerde noch nicht gesehen wurde. Der Feind verfügt sogar
über Schießpulver, mit dem er ein Loch in die Mauer sprengen kann.
Aragorn, Gimli und Legolas müssen in dramatischen Kämpfen Mut und Geschick
zusammennehmen, um wenigstens den inneren Teil der Festung zu halten.
Schließlich erscheint Gandalf an der Spitze eines Heeres, das der
verbannte Eomer um sich scharen konnte, und wendet den Verlauf der
Schlacht.
Saruman selbst wird von dem Gegner besiegt, mit dem er am wenigsten gerechnet hat. Nachdem Baumbart gesehen hat, wie viele Bäume der abtrünnige Magier rund um Isengart fällen ließ, gelingt es ihm endlich, die anderen Ents gegen den »Baummörder« zu mobilisieren. Die ungeschlachten Baumhirten zerstören einen Damm, überschwemmen Isengart und fegen die verbliebenen Uruk-hai hinweg, als wären sie Zinnsoldaten.
Im Verlauf der Kämpfe in Gondor erkennt Faramir, dass Frodos Ring der Macht die Aufmerksamkeit Saurons und seiner Ringgeister auf sich zieht. Die schwarzen Reiter haben ihre Rappen gegen Flugechsen getauscht und sind als »Nazgul« noch gefährlicher geworden. Faramir lässt Frodo endlich ziehen. Er und Sam wagen einen erneuten Versuch, die schwer bewachte Grenze zu Mordor zu überqueren. Dort, unweit von Saurons Sitz im Turm Barad Dur, soll der Ring in den Feuern des Schicksalsberges geschmolzen werden, wo er einst geschmiedet wurde. Doch noch immer lassen sich die beiden Hobbits von Gollum führen. Und der hat sich längst überlegt, wie er ihnen eine Falle stellen kann.
Der zweite Teil der Trilogie kann halten, was der erste versprach. So wie es die Handlung der Romanvorlage verlangt, nimmt die Dramatik zu. Vorbei die beschaulichen Szenen aus dem Auenland. Die Figuren befinden sich fast über die ganze Länge des Films im Konflikt mit einer scheinbar überlegenen Macht. Keiner der spielerischen Actionfilme heutiger Machart kann die Beklemmung auslösen, die der Zuschauer verspürt, wenn er sieht, gegen welche erschreckende Übermacht die Festung Helms Klamm gehalten werden soll. Der Kampf Gut gegen Böse wird nicht platt idealisiert sondern mit neuen ästhetischen Mitteln gezeichnet. Die Krieger treffen nicht auf sonnenbeschienenen Wiesen aufeinander, wie der Leser des Buches sie vielleicht fantasiert hat. Stattdessen sorgt der Zusammenprall von Hell und Dunkel für ein unheimliches, fahlgraues Licht.
Als Frodo während der Kämpfe in Gondor in Versuchung gerät, den Ring
aufzuziehen und sich damit unsichtbar zu machen, schwebt ein Nazgul ganz
nah an ihn heran. Frodo weiß, dass er diesmal dem Bösen anheim fallen
wird, wenn er der Versuchung nicht widersteht. Der schwarze Nazgul ist
nichts anderes als ein Symbol für den dunklen Teil von Frodos eigener
Seele, der zu obsiegen droht. Mit dieser Szene, wie auch dem Höhepunkt der
Schlachtszenen, sind Regisseur Peter Jackson Bilder von surrealer Kraft
gelungen, die dem Zuschauer das unbestimmte, unbehagliche Gefühl
vermitteln, er befände sich in einem Traum oder Albtraum. Es sind solche
Bilder, die den Verdacht aufkommen lassen, Der Herr der Ringe
könnte einmal als das beste, das großartigste Filmwerk in der Geschichte
des Kinos gelten.
Natürlich gibt es nichts, was man nicht noch besser hätte machen können: Die Effekte, mit denen Gollum und Baumbart zum Leben erweckt werden, sind beeindruckend. Dennoch sind sie als Effekte erkennbar und werden in nicht allzu ferner Zukunft wohl eher Mitleid erregen. Gollum insbesondere krankt daran, dass er zu putzig geraten ist. Die verblüffende Perfektion des animierten Mienenspiels verdeckt die Ernsthaftigkeit, die seinem gespaltenen Charakter zu Eigen ist. Wenn die beiden Seelen in seiner Brust ein streitbares Zwiegespräch führen, ob sie den beiden Hobbits gehorchen oder sie in die Falle locken sollen, reizt dies das Publikum leider zum Kichern.
Wenig überraschend ist, dass die Schauspieler an ihre guten Leistungen
anknüpfen können. Als Gandalf gelingt es Ian McKellen, die großväterliche
Harmlosigkeit
aus dem ersten Teil abzustreifen und der Figur zu einer
wesentlich eindrucksvolleren Statur zu verhelfen. Bernard Hill wirkt als
verzweifelter und dennoch entschlossener König Theoden überzeugend. Seine
einerseits verständliche Trauer um seinen Sohn bewegt sich allerdings am
Rande des Kitsches. Miranda Otto hat eine gute Grundlage für die weitere
Entwicklung der Eowyn im dritten Teil gelegt. Ähnliches gilt für die
Darstellung von Eomer und Faramir. Letzterer allerdings wird von David
Wenham spröder angelegt, als das Buch vorgibt.
Verkürzungen und Veränderungen in der Handlung, denen beispielsweise die Figur des Grafen der westlichen Mark zum Opfer fällt, reduzieren die komplexe Vorlage in angemessener Weise. Im Verlauf der Handlung insgesamt und der ganzen Machart ist auch dieser Teil werkgetreu und damit ein Fest für alle Tolkien-Fans. Aber auch für alle anderen Kinobesucher gilt, was seit der Premiere von Star Wars nicht mehr gesagt werden konnte: Jedem, der diese Filme verpasst, entgeht eine Entwicklung, die für das ganze zukünftige phantastische Kino von Bedeutung sein wird.
Stab
Regie: Peter
Jackson / Buch:
Fran Walsh,
Philippa Boyens,
Peter
Jackson, Stephen
Sinclair
Vorlage: J.
R. R. Tolkien - Der Herr der Ringe [Bd. 2, Die zwei
Türme]
Kamera: Andrew Lesnie / Schnitt:
Michael Horton,
Jabez Olssen
/ Musik:
Howard Shore,
Jamie
Selkirk, Enya / Ausstattung:
Grant Major
Konzeptkünstler: Alan Lee,
John Howe / Künstlerische Leitung:
Dan Hennah
Effekte: Richard Taylor (Kreatur- und
Makeup-Effekte, Miniaturen, Waffen),
Jim Rygiel
(Leitung der visuellen Effekte)
Casting: John Hubbard (UK),
Amy
MacLean (UK) / Kostüme:
Ngila Dickson, Jim Rygiel / Make-up und Frisuren:
Peter Owen,
Peter King
Produktion: Wingnut Films,
Barrie M. Osborne,
Tim
Sanders, Peter
Jackson, J.R.R.
Tolkien
Mark Ordesky (Ausführend),
Bob
Weinstein (Ausführend),
Harvey Weinstein
(Ausführend), Fran Walsh
(Co-Produktion),
Robert Shaye
(Co-Produktion) /
Michael Lynne
(Co-Produktion), Rick Porras
(Associate), Ellen M. Somers (Associate)

Frodo Beutlin:
Elijah Wood / Gandalf:
Ian McKellen /
Arwen: Liv Tyler
/ Aragorn/Streicher:
Viggo Mortensen / Samweis
Gamdschie:
Sean Astin
Galadriel:
Cate Blanchett / Gimli:
John Rhys-Davies / Peregrin Tuk
(Pippin):
Billy Boyd /
Meriadoc Brandybock (Merry): Dominic Monaghan
Legolas:
Orlando Bloom
/
Saruman der Weiße: Christopher Lee / Elrond:
Hugo Weaving / Boromir:
Sean Bean / Bilbo Beutlin:
Ian Holm
Gollum/Smeagol:
Andy Serkis /
Zereborn: Marton Csokas
/ König Theoden von Rohan:
Bernard Hill
/ Eowyn:
Miranda Otto
/ Faramir: David Wenham
Grima Schlangenzunge: Brad Dourif
/ Eomer: Karl Urban
Im Wesentlichen aus "Epilog.de"
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