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Spider-Man

USA 2002 116 Min.
Deutscher Kinostart: 06.06.2002 (Columbia)
FSK: ab 12 Jahre

Es ist ein Tag wie jeder andere: Peter Parker (Tobey Maguire) hat das Haus seiner Tante May und seines Onkels Ben (Rosemary Harris, Cliff Robertson) im New Yorker Stadtteil Queens mal wieder zu spät verlassen und hetzt nun hinter dem Schulbus her. Wie immer denkt der Fahrer nicht daran, für den schüchternen Waisenjungen noch einmal zu halten, und nur dem Einschreiten seiner Schulkameradin Mary Jane Watson (Kirsten Dunst) hat es Peter zu verdanken, dass er den Bus doch noch erreicht.

Peters Klassenkamerad Harry Osborn (James Franco) hat es nicht nötig, auf Schulbusse zu warten: Sein Vater, der reiche Wissenschaftler und Industrielle Norman Osborn (Willem Dafoe) bringt seinen Sohn im Rolls Royce zur Schule. Harry ist dieser Umstand nicht sonderlich recht: Das Verhältnis zwischen ihm und Norman ist gespannt, vor lauter Arbeit hat der Wissenschaftler kaum Zeit, sich um seinen Sohn zu kümmern. Außerdem kann Norman mit den Befindlichkeiten eines Teenagers wenig anfangen. Umso erstaunter ist Harry, dass sich zwischen Peter und seinem Vater auf den ersten Blick ein starkes emotionales Band knüpft.

Osborn ist von der Klugheit und den wissenschaftlichen Fähigkeiten Peter Parkers höchst beeindruckt.

 

Heute steht der Besuch des Genlabors der Columbia University auf dem Lehrplan. Peter dokumentiert den Ausflug fotografisch für die Schülerzeitung. Auch Mary Jane gehört zu seinen Motiven. Seit sie mit ihren Eltern vor Jahren ins Haus nebenan zog, schwärmt er heimlich für das hübsche Mädchen. Dummerweise geht sie ausgerechnet mit dem gefürchtetsten Schlägertypen der Schule aus: mit Flash Thompson (Joe Manganiello). Die Forscher erklären den Schülern ihre Arbeit an genetisch manipulierten Spinnen, und die meisten der Besucher sind fasziniert von der Kraft, der Sprungstärke und dem sechsten Sinn der Tiere, ganz zu schweigen von ihrer Fähigkeit, ein Netz zu spinnen. Aber dann bemerkt MJ, dass eine der genetisch veränderten Superspinnen fehlt. Wenige Augenblicke später lässt sich das fehlende Insekt von der Decke herab und beißt Peter Parker in die Hand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch in den Labors von Oscorp, der Firma von Norman Osborn, beschäftigen sich die Forscher neben dem technischen Fortschritt in der Rüstungsindustrie mit genetischer Manipulation. Seit einiger Zeit versucht die Firma, im Auftrag der Militärs, einen unbesiegbaren Supersoldaten zu erschaffen. Doch die Experimente gehen den Auftraggebern zu langsam voran, noch sind die Forscher nicht soweit, erste Versuche an Menschen durchzuführen: Die Versuchstiere haben nicht nur höchst aggressiv und gewalttätig auf die Tests reagiert, sondern offenbar auch ihren Verstand verloren.

Und weil Osborn noch nicht die gewünschten Ergebnisse vorgelegt hat, ist das Projekt kurz davor, eingestellt zu werden. Und das würde auch das Aus für Oscorp bedeuten.

In der Zwischenzeit ist Peter wieder zu Hause angekommen. Besorgt beobachten Tante May und Onkel Ben, dass der Junge gleich auf seinem Zimmer verschwindet, weil er sich nicht wohlfühlt. Der Spinnenbiss hat sich entzündet, und Peter leidet an Schwindelanfällen und Schüttelfrost. Peter schafft es noch nicht mal in sein Bett: Erschöpft schläft er auf dem Fußboden ein. Er kann noch nicht ahnen, dass dies kein Tag wie jeder andere war.

Auch für Norman Osborn wird sich heute einiges ändern. Wenn sein Projekt in dieser Phase gestoppt wird, bedeutet das den Ruin für ihn und seine Firma. Entschlossen hat der Wissenschaftler in dieser Nacht den ersten Test am Menschen angesetzt, an sich selbst. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Osborn steigt in eine hermetisch abgeriegelte Glaskammer und setzt sich einem grünen Gas aus, dass seine Muskeln anschwellen und seine Kampfkraft stärken lassen soll. Doch das Experiment hat fatale Folgen: Am Ende des Versuchs hat Osborns Assistent sein Leben verloren. Außerdem sind ein Gleiter, den die Rüstungsabteilung der Firma entwickelt hatte, und der Testanzug des Piloten aus den Labors verschwunden.

Peter Parker hat von all dem nichts mitbekommen. Als der Junge aus seinem tiefen Schlaf aufwacht, fühlt er sich besser. Wesentlich besser. Plötzlich kann er ohne seine Brille wieder klar und deutlich sehen. Und er scheint über Nacht einiges an Muskelmasse zugelegt zu haben. Begeistert bricht Peter zur Schule auf, zwar ist er auch heute wieder spät dran, aber er bemerkt, dass er schneller als sonst hinter dem Schulbus herlaufen kann. Und dann passiert etwas noch seltsameres: Als er an die Seitentür des Busses klopft, klebt seine Hand förmlich an dem Wagen fest.

Doch das ist nicht die einzige Überraschung, die Peter an diesem Tag erlebt: Beim Mittagessen in der Schulkantine rutscht MJ aus, mit einer geradezu hellseherischen Reaktionsgeschwindigkeit fängt Peter nicht nur sie, sondern auch ihr Tablett und alles was darauf stand, auf. Und dann schießt ihm auch noch wie aus heiterem Himmel eine seltsame, klebrige Flüssigkeit aus dem Handgelenk, die ein Tablett mit einer kompletten Mahlzeit ausgerechnet auf den Rücken von Flash Thompson schleudert.

 

Peter flüchtet, der Rowdy schäumt: Auf dem Flur stellt Flash seinen Mitschüler. Doch zur Überraschung aller verprügelt Peter seinen Gegner nach Strich und Faden. Niemand hätte damit gerechnet, dass der schüchterne Kerl solche Reflexe und eine solche Kraft aufbringen kann, am wenigsten Peter Parker selbst. Langsam beginnt er zu verstehen, was mit seinem Körper vorgeht: Durch den Biss scheinen sich die Kräfte der Spinne auf Peter übertragen zu haben. Prompt testet er seine neuen Fähigkeiten: Er klettert mit bloßen Händen an einer Hauswand hoch, springt über die Dächer von New York und experimentiert mit seinem Netz, durch das er sich zwischen den Wolkenkratzern hindurchschwingen kann.

Seine neuen Superkräfte bringen Peter auf eine Idee: Er will sich als Wrestler ein zusätzliches Taschengeld verdienen und sich davon ein Auto leisten.


 

 

 

 

 

 

 

 


 

Damit müsste es ein Leichtes sein, seinen Schwarm MJ zu beeindrucken. Während er in seinem Zimmer übt, seine neuen Fähigkeiten unter Kontrolle zu bekommen, zeichnet er die ersten Entwürfe für ein Kostüm. Derweil wird Norman Osborn von seinem Vorstand hintergangen, man fordert seinen Rücktritt innerhalb eines Monats. Doch der Wissenschaftler denkt immer noch nicht daran, aufzugeben. Osborn nähert sich dem Wahnsinn.

Abends fährt Onkel Ben seinen Neffen Peter in die Stadt. Der alte Mann macht sich Sorgen um den Jungen, der sich in den letzten Tagen auf seltsame Weise verändert hat. Onkel Ben ahnt nichts von Peters Spinnenkräften. Er denkt, Peter sei heftig in der Pubertät. In dieser Phase werden die Grundlagen für das gelegt, was einen Mann ausmacht, erklärt Ben seinem Neffen. Und er gibt ihm einen Rat mit auf den Weg, der Peters Leben prägen soll: Mit großer Macht kommt große Verantwortung.

Heimlich geht Peter in eine Westling-Arena in der die Hölle los ist. Der Star-Wrestler »Bone Saw« McGraw (Randy Savage) hat gerade wieder einen Gegner ins Reich der Träume geschickt, als ein junger schmächtiger Bursche in einem provisorischen blauroten Kostüm den Muskelprotz herausfordert. Der Kampfname des Jungen: Spider-Man. Zuerst bezieht der Neuling mächtig Prügel im Ring, aber dann wendet sich das Blatt. Spider-Man bewegt sich reaktionsschnell und flink, und es dauert nur Sekunden, bis er Bone Saw K.O. schlagen kann.

 

 

 

 

 

Als Peter Parker seinen Gewinn abholen will, wird er vom Veranstalter des Wettkampfes mit einem Winkelzug um sein Geld betrogen. Enttäuscht verläßt er dessen Büro, als ihm in der Tür ein Räuber entgegenkommt, der die Wettkasse plündert. Peter lässt den Räuber laufen und kehrt zurück zur Bibliothek, wo er sich mit Onkel Ben treffen will. Doch dort wird er Zeuge einer Tragödie, die sein Leben für immer verändern wird: Auf seiner Flucht ist der Gangster mit Ben zusammengeprallt und nun liegt Peters Onkel sterbend auf der Straße.
Rasend vor Schmerz und Wut jagt Peter in seiner Spider-Man-Kostüm hinter dem Verbrecher her. Längst hat er seine Kräfte unter Kontrolle, und es dauert nur Sekunden, bis er den Mann stellt. Durch einen Unfall stirbt der Gangster bei der Verfolgungsjagd. Und als die Polizei am Tatort auftaucht, ist Spider-Man längst verschwunden.
Die militärische Führung der Regierung lässt sich in der Zwischenzeit ein Rüstungsprojekt von Oscorps Konkurrenzfirma vorführen. Doch die Demonstration endet in einer Katastrophe: Vom Himmel schießt ein grüner Blitz, und der Unglückliche, der die Vorzüge des Projekts zeigen sollte, stirbt in einer gewaltigen Explosion. Doch trotz dieses Zwischenfalls, der Oscorps Konkurrenz vernichtet hat, steht fest: Die Geschäftsleitung will Oscorp verkaufen und Norman Osborn kalt stellen. Die Entscheidung soll nach dem World Unity Festival bekannt gegeben werden, das in wenigen Tagen stattfindet.

 

Am Tag seines Schulabschlusses vermisst Peter seinen Onkel Ben besonders. Er steht an einem Scheideweg in seinem Leben: Peter wird das Haus seiner Tante May verlassen und mit Harry Osborn eine Wohnung in der Stadt nehmen, um dort als Fotograf zu arbeiten. Auch MJ zieht nach Manhattan: Nach der Trennung von Flash will sie sich als Schauspielerin versuchen. Doch mit der Karriere will es nicht so recht klappen: Statt auf der Bühne zu stehen, muss sich MJ als Kellnerin ihr Geld verdienen. Privat dagegen klappt es besser: Sie verliebt sich in Peters besten Freund Harry.

Zur gleichen Zeit sorgt ein Superheld in New York für Aufsehen: Spider-Man verfolgt Schurken, rettet Kinder und vereitelt Überfälle. Die Menschen in der Stadt sind begeistert von dem kostümierten Helden, aber einer steht Spider-Man skeptisch gegenüber: J. Jonah Jameson (J. K. Simmons), der stets missgelaunte Chef der Zeitung »Daily Bugle«, will den mysteriösen Mann mit den Superkräften auf der Titelseite haben. Das einzige was ihm dafür fehlt, ist ein Foto. Eine Chance, die der arbeitslose Peter Parker nutzt: Er verkauft dem »Daily Bugle« exklusiv die ersten Bilder des Superhelden und damit steht er als freischaffender Fotograf auf der Lohnliste der Zeitung.

Das World Unity Festival ist in vollem Gange: Auf dem Times Square in Manhattan drängen sich die Leute, man feiert, tanzt und scherzt. Inmitten des Gewühls schießt Peter für seinen neuen Auftraggeber Fotos. Auch MJ und Harry nehmen an der riesigen Party teil: Entsetzt beobachtet Peter, wie sein Schwarm mit seinem besten Freund turtelt. Doch dann überstürzen sich die Ereignisse: Am Himmel erscheint ein seltsames Flugobjekt, das sich rasch nähert, auf einem Gleiter rast ein grün gekleideter, maskierter Mann auf den Times Square zu. Ohne zu zögern schleudert er Bomben auf das Haus, in dem der Vorstand von Oscorp zusammen mit MJ, Harry und zahlreichen anderen Gästen feiert. Die Explosion ist mörderisch.


Auf der Straße bricht Panik aus. Die Vorstandsmitglieder der Firma kommen ums Leben, auch MJ und Harry werden von den Bomben des Grünen Kobolds bedroht. Doch die Rettung naht: Spider-Man erscheint auf dem Times Square, und in letzter Sekunde gelingt es ihm, MJ in Sicherheit zu bringen. Der Kobold kann flüchten. Aber Spider-Man ahnt, dass dies nicht die letzte Begegnung zwischen ihm und dem irren Schurken sein wird.

Norman Osborn hört Stimmen. Der schicksalhafte Versuch hat die Persönlichkeit des Wissenschaftlers gespalten: Er ist nicht mehr nur der Geschäftsführer seiner Firma, er ist auch der Grüne Kobold. Und diese Persönlichkeit breitet sich in Osborns Hirn und Seele immer weiter aus. Schon am nächsten Tag schlägt der Grüne Kobold erneut zu. Diesmal attackiert er die Redaktion des »Daily Bugle«. Dabei verfolgt er einen perfiden Plan: Als Spider-Man den rasenden Schurken stoppen will, betäubt der Kobold den maskierten Helden und verschleppt ihn. Als Spider-Man langsam wieder zu Bewusstsein kommt, macht ihm der Kobold ein Angebot: Zusammen könnte man den Helden und den Schurken niemals stoppen, zusammen könnten Spider-Man und der Kobold die Stadt beherrschen. Doch Spider-Man lehnt ab. Längst hat er sein Leben dem Kampf für das Gute gewidmet.

Dennoch verbreitet der »Daily Bugle« am nächsten Tag die Meldung, dass der vermeintliche Held Spider-Man mit dem Grünen Kobold gemeinsame Sache macht.

Unbeirrt davon zieht Spider-Man seine Bahnen zwischen den Wolkenkratzern Manhattans. In letzter Sekunde gelingt es ihm, ein Baby aus einem brennenden Haus zu retten. Doch dabei tappt er in eine hinterlistige Falle des Grünen Kobolds: Wenn Spider-Man sich ihm nicht anschließen will, dann soll er hier und heute sterben. Ein gnadenloser Kampf bricht aus, und nur mit knapper Not gelingt es dem Helden, leicht verletzt zu entkommen.

Abends sind Norman Osborn, MJ und Tante May zum Thanksgiving-Dinner in der Wohnung von Peter und Harry eingeladen. Alle genießen das Essen, bis Osborn eine Verletzung auf dem Arm von Peter bemerkt. Nun weiß er: Peter Parker ist Spider-Man. Und er verliert keine Zeit: Er eilt sofort nach Hause. Seine gespaltene Persönlichkeit befiehlt ihm, seinen Gegner dort zu treffen, wo er am verwundbarsten ist: Bei den Menschen, die er liebt. Noch in der gleichen Nacht greift der Kobold Tante May an.
 
Erschüttert besucht Peter seine Tante im Krankenhaus. Sie hat die Attacke des Kobolds noch einigermaßen glimpflich überstanden. Doch dann begeht Harry Osborn unwissentlich einen fatalen Fehler: Er sagt seinem Vater, dass Peter schon seit seiner Kindheit für MJ schwärmt. Und wieder handelt Osborn sofort: Als Peter bei ihr anruft, hört er nur das hämische Gelächter des Grünen Kobolds am anderen Ende der Leitung, er hat MJ in seiner Gewalt. Und er fordert Spider-Man zum entscheidenden Kampf auf Leben und Tod. Auf einer Brücke hoch über dem Hudson River spielt der Grüne Kobold seinen letzten Trumpf aus. Und hier wird sich das Schicksal von Spider-Man ein für allemal entscheiden.

Kritik

Mit der Heftserie Spider-Man erhielt das Pantheon der amerikanischen Comic-Superhelden in den sechziger Jahren eine dringend nötige Blutauffrischung. Peter Parker war im selben Alter wie seine jugendlichen Fans. Mit frechen Sprüchen, eigenwilligen Angewohnheiten und einer erfrischenden Verwundbarkeit wurde er eine viel lebendigere Figur als der langweilig-überirdische Halbgott Superman oder der düster-philantropische Flattermann Batman.

Sam Raimi hat die Vorlage adäquat umgesetzt. In der Rolle des Peter Parker erscheint Tobey Maguire mit seinen großen wasserblauen Augen so harmlos, als wäre das Trüben eines Wässerchens für ihn reine Blasphemie. Um so größer ist der Gegensatz zu seinen Auftritten im Spinnenkostüm. Willem Dafoe gibt in seinen besten Momenten einen hervorragenden Jekyll/Hyde-Part. In grüner Maske ist er allerdings der Albernheit solcher Superschurken-Figuren ausgesetzt. Das hat schon den Batman-Filmen nicht gut getan. Die Superhelden-Geschichten verlieren an Reiz, wenn der Gegenspieler auf eine ähnliche Weise zum Freak wird wie der Held. Spannender wird es, wenn der strumpfbehoste Hauptakteur gegen Schurken wie etwa den Superman-Gegner Lex Luthor antritt, der noch recht normalsterbliche Dimensionen hat. Kirsten Dunst gibt als Mary Jane das perfekte nette Mädel von nebenan. Die Rollen von Onkel und Tante Parker sind mit Cliff Robertson und Rosemary Harris glänzend besetzt.

Autor und Regisseur haben der Person Peter Parker, ihren Konflikten und ihrer allmählichen Entwicklung viel Raum gelassen. Damit ist ein viel kompletterer Charakter entstanden als in den bisherigen Supehelden-Filmen. Sam Raimi überrascht außerdem mit einer sorgfältigen Inszenierung, in der das geübte Auge so manches Kabinettstückchen entdecken kann. Wenn Peter zum Beispiel aus der Schule flieht, weil seine Mitschüler vor seinen Kräften Angst bekommen, läuft er an einem Bio-Laden vorbei, an dem groß »Natural« steht. Genau das - ganz natürlich - kann er nicht mehr sein. Wenn Harry, der Parker-Freund und Osborn-Nachwuchs, Peter auf einer Beerdigung in die Arme nimmt, fallen seine schwarzen Handschuhe auf - ein erster Hinweis darauf, dass aus den beiden Burschen bald Todfeinde werden. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Wenn es um die Entstehung des Spinnenkostüms geht, atmet der Film den Geist der Comic-Vorlage. Und eine faustdicke Überraschung gibt es beim ersten Auftritt außerdem.

Die große Attraktion für das Massenpublikum sind selbstverständlich die Szenen, in denen sich der Spinnenmensch mit traumwandlerischer Sicherheit von Hochhaus zu Hochhaus schwingt, ganz ohne Umhang und sowieso viel furioser, als Superman dies jemals tun wird. Unvermeidlich ist wohl, dass der Film am Ende weder Kitsch noch amerikanisches Pathos scheut. Unerwartet ist dagegen eine Szene, in der die New Yorker den Grünen Kobold während des Zweikampfs der maskierten Widersacher mit allerlei Klamotten bewerfen. Jawohl, im Big Apple hält man nach den Terroranschlägen zusammen - auch wenn die Vorab-Plakate im September 2001 eiligst aus dem Verkehr gezogen wurden, weil der Spinnenmann sein Netz ausgerechnet zwischen den Türmen des World Trade Center gesponnen hatte.

Spaß gibt es in diesem Film reichlich, ebenso eine leidlich gute Story und eine sympathische Hauptfigur. Da ist es wohl als gute Nachricht zu werten, dass nach dem großen Kassenerfolg schon an der Fortsetzung gearbeitet wird. Alsdann - wie sagten bereits unsere Großeltern? Spinne am Abend: erquickend und labend!

HÖRZU
»Mit tollen Tricks, Ironie und zwei sympathischen Jungstars sticht Spider-Man wohltuend aus dem üblichen Action-Brei hervor.«

CINEMA
»Die erste 100-Prozentig geglückte Comicadaption.«

TV-MOVIE
»Sam Raimi hat mit Spider-Man eine Comic-Verfilmung abgeliefert, gegen die Batman und seine Bagage ganz schön alt aussehen.
Unbeschwertes Popcorn-Kino, das Lust auf mehr macht!«


(TheDark) Anspruchsvolle Verfilmung des Comic-Klassikers mit einigen Längen, die Möglichkeiten bieten, sich kurz die Beine zu
vertreten. Anhalten braucht man/frau den Streifen währenddessen nicht. Die Vorlage ist ziemlich authentisch umgesetzt, wenn auch nicht perfekt.
So ist Spider-Man eigentlich nicht in der Lage, ein Netz mit seinem Körper zu erzeugen. Dieses wird im Comic durch eine chemische Verbindung mit entsprechender Abschuß-Vorrichtung erreicht, die Peter Parker selbst entworfen hat. In Verbindung mit seiner allgemeinen Zerstreutheit (die ansonsten berücksichtigt wurde) gab dies immer wieder Anlaß zum Schmunzeln, wenn mal wieder vergessen wurde, nachzuladen.
Überhaupt kommt die Komik in der Verfilmung zu kurz, ist sie doch in der Vorlage sehr häufig präsent. Der Film hingegen streut hier & da eine Prise davon ein, hält sich aber doch sehr zurück. Die Längen entstehen vor allem durch die "Beziehungskiste" Peter Parkers, die ruhig weniger hätte vertragen können.

Letztlich geht das auf Kosten der Action, die zwar fulminant in Szene gesetzt ist, aber eben insgesamt zu mager ausfällt.
Stattdessen wird die sensible Seite der "Spinne" bemerkenswert oft betont, was zwar die Recherche des Regisseurs mit der Vorlage beweist, allerdings nicht besonders geschickt eingesponnen wurde.

          Insgesamt bin ich von dieser Verfilmung enttäuscht, da wesentlich mehr möglich gewesen wäre. Vor allem kann ich mich nicht der weitverbreiteten Meinung
          anschließen, daß "Batman" so viel schlechter ist.

Abschließend noch ein paar Impressionen vom Set, bevor Tobey Maguire als Hauptdarsteller verpflichtet wurde. Ursprünglich war
Jürgen Koslowski nämlich für diesen Part vorgesehen. Bitte links den "Enter-Button" anklicken.
(TheDark)


 

Originaltitel: Spider-Man / Regie: Sam Raimi / Buch: David Koepp
Vorlage: nach den Marvel Comics von Stan Lee und Steve Ditko / Kamera: Don Burgess
Schnitt:
Arthur Coburn, Bob Murawski / Musik: Danny Elfman / Produktionsdesign: Neil Spisak / Kostüme: James Acheson
Visuelle Effekte: Sony Pictures Imageworks Inc., John Dykstra (Leitung) / Casting: Lynn Kressel, Francine Maisler
Produktion: Laura Ziskin, Ian Bryce / Ausführende Produzenten: Avi Arad, Stan Lee / Co-Produzent: Grant Curtis
Associate Producer: Heidi Fugeman

Darsteller/innen

Peter Parker (Spider-Man): Tobey Maguire / Mary Jane Watson: Kirsten Dunst
Norman Osborn (Grüner Kobold):
Willem Dafoe
Harry Osborn: James Franco / Onkel Ben: Cliff Robertson / Tante May: Rosemary Harris / J. Jonah Jameson: J. K. Simmons
Einbrecher: Michael Papajohn / Bone Saw McGraw: »Macho Man« Randy Savage
Eugene »Flash« Thompson:
Joe Manganiello / Hoffman: Ted Raimi / Joe »Robbie« Robertson: Bill Nunn
Ringmoderator: Bruce Campbell


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Im Wesentlichen aus "Epilog.de"

 

 

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