Auch Tom Hardy als Shinzon weiß nicht vollständig zu überzeugen,
was aber möglicherweise auch an der extrem langen Nase liegt, die
ihm Make-up-Spezialist Michael Westmore ins Gesicht geklebt hat, um
eine größere Ähnlichkeit mit Picard-Darsteller Patrick Stewart zu
erreichen. Fairerweise gilt es zu berücksichtigen, dass wohl kaum
ein Schauspieler -- außer eben jenem Patrick Stewart -- einen Klon
von Captain Picard hätte glaubwürdig darstellen können. Warum also
nicht der britische Shakespeare-Darsteller, sondern sein
Ensemble-Kollege Brent Spiner, der den Androiden Data verkörpert,
eine Doppelrolle spielen durfte, bleibt ein Rätsel, zumal die
tragisch endende Storyline um Datas "Bruder", den Androiden B-4,
eher zu den Drehbuch-Schwächen zu zählen ist.
Mit Star Trek -
Nemesis ist den Produzenten eines der
lukrativsten SF-Franchises der Welt eine qualitative Steigerung zum
letzten Kino-Abenteuer Star Trek - Der Aufstand
gelungen, die aber durchaus hätte stärker ausfallen dürfen. Für Fans
ist der Film ohnehin ein Muss, stellt er wohl das letzte Abenteuer
der originalen Crew um Captain Jean-Luc Picard dar. Allen anderen
Interessierten bringt diese DVD zumindest eine actionreiche
Abendunterhaltung ins heimische Wohnzimmer, die mit hohem Tempo und
guten Spezialeffekten aufwarten kann.
Nachdem im romulanischen Imperium durch einen Umsturz ein neuer Prätor
an die Macht gekommen ist, wird die Enterprise NCC 1701-E von Admiral
Janeway zu einer Kontaktaufnahme nach Romulus geschickt. Dort
angekommen, finden Captain Picard und seine Crew schnell heraus, um wen
es sich bei dem neuen Prätor namens Shinzon handelt: Der junge Mann ist
ein Klon des Captains und das Produkt eines längst aufgegebenen
romulanischen Komplotts gegen die Föderation der Vereinten Planeten.
Doch Shinzon hat zwei Probleme: Um das romulanische Militär auf seiner
Seite zu halten, muss er die Föderation angreifen. Um dies zu tun, muss
er jedoch erst einmal überleben -- und genau dafür benötigt er aufgrund
eines genetischen Defekts Picards sämtliches Blut!
Das zehnte
Leinwand-Abenteuer der Crew einer U.S.S. Enterprise wurde stark
zusammengeschnitten, was zwar der inneren Logik des Drehbuchs nicht
immer gut tut, das Tempo des Films aber durchaus verschärft. Action-Fans
können sich an sehr gut inszenierten Raumschlachten, Verfolgungsjagden
und Schusswechseln erfreuen, während die Fans von Commander Riker und
Counselor Troi endlich die Hochzeit ihres Lieblingspaares bejubeln
dürfen -- sowie Rikers längst fällige Beförderung zum Captain. Neben den
angesprochenen Löchern in der Handlung fallen jedoch auch einige andere
Punkte negativ auf: So entpuppt sich Marina Sirtis in diesem Film, der
die größte Berücksichtigung ihrer Rolle als Deanna Troi in einem
Star-Trek-Film überhaupt aufweist, als denkbar schlecht in Form.
Nach einem Anschlag im Senat von
Romulus, dem Heimatplaneten der
Romulaner, bei der mit Ausnahme der Verschwörerin alle Senatoren
getötet wurden, ergreift
Shinzon, ein Bewohner des unwirtlichen Bruderplaneten
Remus, die Macht im Romulanischen Imperium.
Die Crew der
Enterprise-E, die gerade auf dem Weg nach
Betazed ist, um nach der Zeremonie auf der Enterprise
die Hochzeit zwischen Troi und Riker auch dort zu feiern,
wird daraufhin in einer diplomatischen Mission nach Romulus gerufen.
Auf dem Weg dorthin ortet die Crew auf einem
Planeten am Rand der neutralen Zone positronische Signale, die auf
eine Lebensform, die
Data ähnlich sein müsste, hindeuten. Dort finden Picard, Data
und Worf schließlich Androiden-Einzelteile, die sie zusammensetzen.
Dieser Android nennt sich
B-4 und erweist sich als Prototyp von Data (im Englischen ergibt
sich hier ein
Wortspiel, da B-4 wie before ‚vorher‘
ausgesprochen wird).
Auf Romulus stellt sich schließlich heraus, dass Shinzon
kein echter Remaner ist, sondern ein Klon von Jean-Luc
Picard. Er war im Rahmen eines Projektes der Romulaner, in
dem der Captain der Enterprise (Picard) ersetzt werden
sollte, geschaffen worden; das Projekt wurde aber
schließlich fallen gelassen und Shinzon zur Zwangsarbeit auf
Remus „verurteilt“. Shinzon gibt vor, sein „Vorbild“ Picard
näher kennenlernen und Frieden mit der
Föderation schließen zu wollen.
Jedoch verfolgt er eigene Ziele und beamt Picard gegen
dessen Willen auf sein Schiff; da er eigentlich Picards
Körperzellen benötigt, die mit seinen logischerweise
DNA - identisch sind, um zu überleben. Sein Schiff
Scimitar
- ein stark umgebautes und verbessertes remanisches
Raumschiff und der Enterprise taktisch überlegen – ist mit
einer Thalaron-Matrix ausgestattet (eine Waffe, die Thalaron-Strahlung
nutzt und damit absolut tödlich für biologische Lebensformen
ist), die schon den romulanischen Senat getötet hat, doch
ist sie wesentlich größer und effektiver und nun in der
Lage, das Leben auf einem ganzen Planeten auszulöschen.
Größenwahnsinnig geworden, und um sich aus den politischen
Schatten seines „DNA-Spenders“ Picard zu befreien, will er
das Weltall auf ewig verändern. So beabsichtigt er, die Erde
mit dieser Waffe auszulöschen und die Föderation später für
das romulanische Reich zu erobern.
Shinzon hat B-4
so programmiert, dass er diesen kontrollieren kann. Er dient
nun – ohne es selbst zu wissen – Shinzon als Handlanger und
Spion auf der Enterprise. Da LaForge dies rechtzeitig
bemerkt, gelingt es Data, B-4 zu ersetzen und Picard zu
retten.
Die Enterprise flieht schließlich in Richtung
Föderationsgebiet, wo bereits andere Schiffe zur Verstärkung
warten. In einem Nebel, der die Langstreckenkommunikation
blockiert, wird sie von Shinzons Schiff angegriffen, wodurch
der Warp-Antrieb außer Funktion gesetzt wird.
Es kommt zu einem Kampf, bei dem die
Enterprise Unterstützung von zwei romulanischen Warbird (Norexan-Klasse)
erhält, deren Kommandeure offenbar zur Opposition gegen
Shinzon gehören. Shinzons Schiff ist weit überlegen. Nachdem
die Warbirds ausgeschaltet, die Schilde der Enterprise
nahezu außer Funktion gesetzt und die letzten
Photonentorpedos verschossen worden sind, rammt die
Enterprise schließlich als letzte Möglichkeit Shinzons
Schiff frontal, wobei beide Schiffe schwer beschädigt
werden, jedoch bleibt die Waffe der Scimitar einsatzbereit
und soll nun gegen die Enterprise eingesetzt werden.
Captain Picard lässt sich schließlich auf
Shinzons Schiff beamen, wobei die Transporter der Enterprise durch
Überlastung zerstört werden. Data „springt“ daher durch den Weltraum
hinüber zu Shinzons Schiff.
Es kommt auf der Scimitar zu einem Showdown
zwischen Picard und Shinzon, wobei letzterer den Tod findet. Die
Waffe ist aktiviert und würde in wenigen Sekunden die Enterprise
zerstören. Data, der Picard inzwischen erreicht hat, schickt ihn mit
einem Prototyp eines mobilen Ort-zu-Ort-Transporters zurück auf die
Enterprise und opfert sich, indem er mit einem
Phaser auf die Waffe feuert und somit eine Explosion auslöst,
die Shinzons Schiff völlig zerstört.
Hollywood-Regisseur Bryan Singer hat einen Kurzauftritt. Er
erscheint als Sternenflottenoffizier auf der Brücke der
Enterprise.
Wie Regisseur Stuart Baird in einem „Making of“ erzählte,
sagte
Brent Spiner nur unter der Bedingung zu, dass Data in diesem
Film stirbt, da ihn die Rolle langweile. Da Spiner eigentlich
schon in
Star Trek: Der Aufstand Data letztmalig spielen wollte,
entschloss man sich, sowohl Spiners Wunsch nach Datas Tod zu
entsprechen als auch ein Hintertürchen für ein Comeback offen zu
lassen. Dies tat man, indem man die Datentransferszene zwischen
Data und B-4 einbaute und so quasi ein „Backup“ von Data machte.
Kritiken
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des Originalartikels auf
Wikipedia. Diese Bearbeitung verändert
nicht den Text auf dark-movies.de]
„Ein ohne erkennbare oder gar nachvollziehbare
Begeisterung inszeniertes Science-Fiction-Abenteuer, das sich in
populärphilosophischen Diskussionen über Identität verfängt. Die
Attraktivität der Bilder, die Überzeugungskraft des Drehbuchs
und die Leistung mancher Darsteller werden dabei sträflich
vernachlässigt.“
„Mehr als eine erweiterte TV-Episode ist
dieses Space-Abenteuer leider nicht geworden.
Akzeptable Darsteller und eine wenig packende Story
können vermutlich nur die Fans halbwegs zufrieden stellen.
Einige Nebenstränge hätte man zwecks Spannungserhalt schlicht
weglassen sollen.
Immerhin sind die finsteren Weltraum-Bilder gelungen.“
„‚Star Trek: Nemesis‘ ist besser als ‚Der
Aufstand‘, aber schwächer als ‚Der
erste Kontakt‘.
Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie ‚Star
Trek II‘ und ‚Planet des Schreckens‘ mochten.“